Alles, was du wissen musst, damit du dich entscheiden kannst.

Organspende ist ein komplexes Thema, das viele Fragen aufwirft. Zu den persönlichen Werten, aber auch zur Sachlage: Wer kann spenden? Bis zu welchem Alter? Wie läuft eine Organspende ab? Hier findest du die Antworten.

Fakten

577 Menschen durften 2017 ein Organ erhalten

Eine spendende Person kann bis zu sieben Menschen helfen. Wenn Lunge und Leber zur Transplantation gesplittet (geteilt) werden, können sogar maximal neun Menschen von einem einzigen Spender Organe erhalten. Transplantationen ermöglichen oft nicht nur das Überleben, sondern verbessern die Lebensqualität eines Menschen massiv.

Manche Leute warten bis zu 3 Jahre auf eine Organspende. 

Deine Entscheidung könnte Leben verändern. Gespendete Organe, Gewebe oder Zellen können Leben retten und die Lebensqualität der empfangenden Personen nachhaltig verbessern.

Der Vorgang einer Transplantation durchläuft verschiedene Phasen, von der Aufnahme der Patientinnen und Patienten in die Warteliste über die Zuteilung und die eigentliche Operation bis zum Leben danach, das von den Betroffenen meist viel Disziplin verlangt.

Schweizer Rekord: Der älteste Nierenspender war 88 Jahre alt.

Es gibt keine obere Altersgrenze für Organspender. Der Gesundheitszustand des Spenders entscheidet darüber, ob eine Organspende möglich ist. Vor der Entnahme werden in jedem Fall die Funktionsfähigkeit und Eignung der Organe für eine Transplantation genauestens untersucht. Organe, Gewebe oder Zellen können nämlich meist bis ins hohe Alter gespendet werden. Das zeigen die Zahlen der ältesten Spender weltweit: Pankreas: 64 Jahre – Herz: 65 Jahre – Lunge: 68 Jahre – Leber: 85 Jahre – Kornea: 104 Jahre. Befasse auch du dich mit Organspende.

Fragen und Antworten

Hier findest die Antworten auf die häufigsten Fragen. Und wenn du eine neue Frage hast, kannst du sie den Experten stellen – und erhältst in Kürze eine Antwort.

Für was eine Spendekarte?
Auf der Spendekarte kann festgehalten werden, ob und wenn ja, welche Organe, Gewebe oder Zellen im Todesfall entnommen werden dürfen. Eine solche Erklärung kann abgeben, wer das 16. Lebensjahr vollendet hat. Der Entscheid für oder gegen die Organspende kann jederzeit rückgängig gemacht werden, indem die Spendekarte entsprechend geändert oder vernichtet wird. Alternativ gibt es die Möglichkeit, den eigenen Willen online im Organspende-Register von Swisstransplant einzutragen (nähere Informationen dazu unter organspenderegister.ch). In jedem Fall sollten auch die nächsten Angehörigen über die getroffene Entscheidung informiert werden.
Warum soll man seinem Umfeld den eigenen Entscheid mitteilen? Wer eine Organspende-Karte besitzt, hat sich doch bereits entschieden.
Das Ausfüllen der Spendekarte ist ein erster Schritt, um den Willen festzuhalten. Wichtig ist, dass du deine Entscheidung auch deinen Angehörigen mitteilst. Denn wenn z.B. die Spendekarte nicht gefunden wird, werden die Angehörigen gefragt. Bei ihrer Entscheidung müssen sie den mutmasslichen Willen der verstorbenen Person berücksichtigen. Nur wenn sie deinen Willen kennen, können sie in deinem Sinn entscheiden und werden in einer Trauersituation entlastet.
Werde ich registriert, wenn ich eine Spendekarte ausfülle?
Nur wenn wer sich ausdrücklich online im Nationalen Organspenderegister von Swisstransplant eintragen lässt, wird registriert. Der Eintrag im Register ist freiwillig und kann jederzeit geändert werden. Mit dem Ausfüllen einer Organspende-Karte wird der Entscheid nicht registriert. Es ist deshalb wichtig, eine ausgefüllte Spendekarte auf sich zu tragen (z.B. im Portemonnaie) und auch die Angehörigen über den Willen zu informieren.
Welche Möglichkeiten gibt es, meinen Willen zur Organspende schriftlich festzuhalten?
Du kannst eine Organspende-Karte ausfüllen und auf dir tragen oder dich im Organspende-Register von Swisstransplant (www.organspenderegister.ch) registrieren. Auch in einer Patientenverfügung kann der Wille zur Organspende festgehalten werden.
Ich habe bereits eine Spendekarte. Muss ich mich jetzt auch noch in das Organspende-Register eintragen?
Nein. Die Spendekarte fürs Portemonnaie bleibt weiterhin gültig. Je nach dem, was dir am meisten entspricht, kannst du diese behalten und/oder dich in das von Swisstransplant geführte Organspenderegister eintragen.
Was ist, wenn ich meine Entscheidung ändere?
Wenn du deine Meinung änderst, füllst du eine neue Spendekarte aus und vernichtest die alte – oder aktualisierst deine Angaben im Organspende-Register (organspenderegister.ch). Vergiss nicht, deine Angehörigen über deinen neuen Entscheid zu informieren.
Was geschieht, wenn ich Organe spenden möchte, aber keine Spendekarte besitze und nirgends registriert bin?
Wenn eine Person nicht schriftlich festgehalten hat, ob sie Organe spenden möchte, werden die nächsten Angehörigen gefragt, ob sich die Person zu Lebzeiten bezüglich einer Spende geäussert hat. Ist der Wille nicht bekannt, entscheiden die nächsten Angehörigen. Sie müssen dabei den mutmasslichen Willen der verstorbenen Person beachten – also jenen Entscheid treffen, den die Person vermutlich auch getroffen hätte.
Was geschieht, wenn ich Organe spenden möchte und meinen Spendewillen schriftlich festgehalten habe, meine Familienangehörigen aber dagegen sind?
Das Transplantationsgesetz schreibt vor, dass der Wille der verstorbenen Person dem Willen der Angehörigen vorgeht. Deshalb könnten in diesem Fall aus rechtlicher Sicht Organe entnommen werden. Aus ethisch-moralischen Gründen hat sich in der Schweiz aber eine andere Praxis durchgesetzt: Lehnen Angehörige eine Spende ab, werden keine Organe entnommen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass du deine Angehörigen auch über deinen Willen informierst.
Was geschieht, wenn ich meinen Willen nicht schriftlich festgehalten habe und meine Angehörigen nicht wissen, wie ich zur Organspende stehe?
In diesem Fall müssen die nächsten Angehörigen gefragt werden. Sie müssen überlegen, wie die verstorbene Person entschieden hätte, wenn sie sich noch äussern könnte.
Was geschieht, wenn ich meinen Willen nicht schriftlich festgehalten habe und keine Angehörigen habe, bzw. diese nicht erreichbar sind?
In diesem Fall ist eine Organentnahme verboten.
Kann ich meinen Spendewillen auch in einer Patientenverfügung vermerken?
Ja, das ist möglich. Es lohnt sich aber, sich beim Ausfüllen von einer Fachperson beraten zu lassen. Denn ist etwas unklar formuliert oder widersprüchlich, führt dies zu Verwirrung und kann bewirken, dass ein Spendewunsch nicht berücksichtigt wird.
Ist die Spendekarte auch im Ausland gültig?
Es ist davon auszugehen, dass ein dokumentierter Wille in den meisten Ländern berücksichtigt wird. Je nach Land kann sich jedoch auch das Problem der Sprache stellen. Die Spendekarte gibt es zum selbst Ausdrucken in verschiedenen Sprachen, u.a. auch auf Englisch (https://www.leben-ist-teilen.ch/organspende-infos/bestellshop/). Die Botschaften und allenfalls das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) erteilen im Einzelfall weitere Auskünfte.
Ist es sinnvoll, den Spendewillen in einem Testament zu vermerken?
Nein. Zum Zeitpunkt, in dem das Testament eröffnet wird, ist eine Spende nicht mehr möglich.
Welche Bedeutung hat das Duplikat der Spendekarte?
Das Duplikat der Spendekarte dient als Gedankenstütze für die Angehörigen und kann diesen ergänzend zu einem Gespräch übergeben werden.
Wer kann spenden?
Organe, Gewebe oder Zellen können meist bis ins hohe Alter gespendet werden. Entscheidend sind der Gesundheitszustand der spendenden Person und die Funktionsfähigkeit der Organe und Gewebe. Auch Menschen mit bestimmten Krankheiten (u.a. einige Tumorerkrankungen) können unter Umständen Organe und Gewebe spenden. Ob dies möglich ist, wird kurz vor oder während der Entnahme geprüft. Jede Person ab 16 Jahren kann eine Spendekarte ausfüllen. Kommt eine Spende bei einer jüngeren Person infrage, dann entscheiden deren gesetzliche Vertreter.
Was kann gespendet werden?
Nach dem Tod können diese Organe gespendet werden: Nieren, Lungen, Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse (oder deren Inselzellen), Blutstammzellen und Dünndarm. Neben Organen können auch Gewebe gespendet werden, wie zum Beispiel die Hornhaut des Auges oder Herzklappen und grosse Blutgefässe. Blutstammzellen werden aktuell nur im Rahmen einer Lebendspende entnommen.
Was sind die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Spende?
Gewebe oder Zellen dürfen einer verstorbenen Person nur dann entnommen werden, wenn dafür eine Einwilligung vorliegt und der Tod festgestellt worden ist. Liegt keine dokumentierte Zustimmung oder Ablehnung der verstorbenen Person vor (z.B. in Form einer Spendekarte), werden die nächsten Angehörigen gefragt, ob sie deren Willen kennen. Falls nicht, müssen sie entscheiden und dabei den mutmasslichen Willen der verstorbenen Person berücksichtigen. Sind keine Angehörigen vorhanden oder erreichbar, ist es verboten, Organe, Gewebe oder Zellen zu entnehmen. Der Wille der verstorbenen Person geht dem Willen der Angehörigen vor. Hat die verstorbene Person die Entscheidung einer Vertrauensperson übertragen, so entscheidet diese anstelle der nächsten Angehörigen. Diese Voraussetzungen sind im Schweizer Transplantationsgesetz festgehalten.
Erhält man Geld für eine Spende?
Das Transplantationsgesetz verbietet den Handel mit Organen, Geweben oder Zellen und schreibt vor, dass eine Spende unentgeltlich erfolgen muss. Die Spende von Organen, Geweben oder Zellen ist in jedem Fall eine freiwillige Gabe und wird finanziell nicht entschädigt. Den Angehörigen entstehen aus einer Spende auch keine finanziellen Nachteile.
Wann ist eine Organentnahme möglich?
Eine Organentnahme bei einer verstorbenen Person ist möglich, wenn der Tod infolge einer direkten (primären) Hirnschädigung eingetreten ist, beispielsweise nach einer Hirnblutung oder nach einem Unfall mit Schädel-Hirn-Verletzung. Weniger häufig ist eine Organentnahme auch möglich, wenn eine Person infolge einer indirekten (sekundären) Hirnschädigung nach einem Herz-Kreislauf-Versagen verstorben ist. Wer zu Hause verstirbt, kann nicht zur Organspenderin oder zum Organspender werden, weil die Entnahme medizinische Vorbereitungen verlangt, die nur in einem Spital möglich sind.
Wann ist eine Gewebeentnahme möglich?
Einige Gewebe können bis zu 48 Stunden nach dem Tod entnommen werden. Augenhornhaut kann bei jeder verstorbenen Person entnommen werden, dazu sind keine vorbereitenden medizinischen Massnahmen nötig. Die Entnahme kann bis zu 48 Stunden nach dem Tod erfolgen. Herzklappen werden entnommen, wenn sich das Herz eines Spenders oder einer Spenderin medizinisch nicht für eine Transplantation eignet (z.B. nach einem Herzinfarkt). Schliesse deshalb die Herzklappen- und Gefässspende nicht aus, wenn du einer Herzspende zustimmst.
Hat der Spende-Entscheid einen Einfluss auf die medizinische Betreuung? Wird meine Behandlung früher eingestellt, wenn ich Organe spenden möchte?
Leben zu retten hat für Ärzte und Ärztinnen immer oberste Priorität. Erst wenn eine Behandlung aussichtslos ist, werden nach Rücksprache mit den Angehörigen die therapeutischen Massnahmen eingestellt. Diese Entscheidung wird unabhängig davon getroffen, ob jemand einer Spende zugestimmt hat oder nicht.
Warum braucht es vorbereitende medizinische Massnahmen?
Vorbereitende medizinische Massnahmen werden zwischen dem Therapieabbruch und der Organentnahme durchgeführt. Bei einer schwer kranken oder schwer verletzten Person wird die lebenserhaltende Therapie nur abgebrochen, wenn der Tod unausweichlich ist und damit jede weitere Behandlung sinnlos wird. Der Entscheid zum Therapieabbruch wird immer unabhängig davon gefällt, ob einer Entnahme von Organen, Geweben oder Zellen zugestimmt wurde. Vorbereitende medizinische Massnahmen sind nötig, um die Organe zu erhalten. Ohne vorbereitende medizinische Massnahmen ist eine erfolgreiche Transplantation nicht möglich. Die Spendekarte ist deshalb so ausgestaltet, dass du mit einem «Ja» sowohl der Entnahme als auch den vorbereitenden Massnahmen zustimmst. Liegt keine Spendekarte vor, dürfen vorbereitende medizinische Massnahmen nur durchgeführt werden, wenn die Angehörigen oder die Vertrauensperson zustimmen. Wer eine Patientenverfügung hat und spenden möchte, sollte in der Verfügung ausdrücklich vermerken, dass im Fall einer Organspende die dafür notwendigen vorbereitenden Massnahmen vorgenommen werden dürfen.
Welche vorbereitenden medizinischen Massnahmen werden durchgeführt?
Damit die Organe keinen Schaden nehmen, sind je nach Situation unterschiedliche Massnahmen notwendig: - Eine bereits begonnene künstliche Beatmung wird weitergeführt. - Medikamente, die den Kreislauf unterstützen und den Hormonhaushalt regulieren, werden verabreicht. - Blutproben für Laboruntersuchungen werden entnommen. Die Ergebnisse dienen dazu, die Funktionen der Organe zu überprüfen.
Wie wird der Tod festgestellt?
Bevor einer verstorbenen Person Organe oder Gewebe entnommen werden können, muss ihr Tod zweifelsfrei nachgewiesen werden. Dafür müssen zwei Ärztinnen oder Ärzte mit entsprechender Qualifikation nach dem Vier-Augen-Prinzip bestätigen, dass die Funktionen des Hirns und des Hirnstamms endgültig ausgefallen sind (man spricht auch vom Hirntod-Nachweis). Die Untersuchungen und Tests, die dabei gemacht werden müssen, sind genau definiert und müssen schriftlich bestätigt werden. Dieser Nachweis des Todes muss in der Schweiz bei jedem potenziellen Organspender erbracht werden, unabhängig davon, ob der Tod nach einer direkten oder einer indirekten Hirnschädigung eingetreten ist. Die Ärztinnen und Ärzte, die den Tod nachweisen, dürfen nicht zu den medizinischen Teams gehören, welche die Organe entnehmen oder die Transplantationen durchführen.
Wie vielen Menschen kann ich mit einer Organspende helfen?
Eine spendende Person kann bis zu sieben Menschenleben positiv beeinflussen. Wenn Lunge und Leber zur Transplantation gesplittet (geteilt) werden, können sogar maximal neun Menschen profitieren. Transplantationen ermöglichen oft nicht nur das Überleben, sondern verbessern die Lebensqualität eines Menschen massiv.
Wie sieht der Körper nach einer Entnahme aus?
Nach einer Entnahme werden die Schnitte verschlossen. Da die Nahtstellen an bekleideten Stellen des Körpers liegen, ist der verstorbenen Person die Spende nicht anzusehen.
Kann ich entscheiden, wer ein gespendetes Organ erhält?
Nein, dies ist bei einer postmortalen Spende nicht möglich. Das Organ wird der Person auf der Warteliste zugeteilt, die am meisten Anspruch auf das Organ hat. Die Zuteilungskriterien sind im Transplantationsgesetz festgelegt.
Erfahren die Angehörigen, wer ein Organ erhalten hat?
Nein, eine Organspende ist immer anonym. Die Angehörigen werden informiert, welche Organe transplantiert wurden und erfahren auf Wunsch, wie es den Empfängern geht. Unpersönliche Dankesschreiben über Swisstransplant sind erlaubt und ermöglichen der Spenderfamilie, an der Wirkung ihrer Gabe teilzuhaben.
Wie stehen die Religionen zur Spende von Organen, Geweben und Zellen?
Die meisten grossen Weltreligionen erlauben eine Organspende, allerdings unter verschiedenen Bedingungen. Einzig im japanischen Shintoismus ist nur die Lebendspende akzeptiert.

Spendeprozess

So läuft der Spendeprozess von der Todesfeststellung bis zum Abschluss der Organ­ und Gewebeentnahme ab. Er dauert in der Regel 12 bis 24 Stunden.
Der Notfall
Ein Mann wird mit einer schweren Hirnblutung ins Spital eingeliefert. Ärzte­ und Pflegeteams auf der Notfall­ und der Intensivstation bemühen sich, sein Leben zu retten. Leider gelingt dies nicht und sein Tod ist nicht mehr zu verhindern. Jede weitere Behandlung ist damit aussichtslos geworden.
Wie weiter?
In diesem Fall sprechen die Ärztinnen und Ärzte die Angehörigen auf die Möglichkeit einer Organ- oder Gewebespende an. Der Patient wird zum möglichen Spender, wenn er schriftlich festgehalten hat, dass er spenden will und mit den vorbereitenden Massnahmen einverstanden ist (z.B. auf einer Spendekarte oder in einer Patientenverfügung). Liegt keine solche Erklärung vor, werden die nächsten Angehörigen gefragt, ob sich der Patient zu Lebzeiten bezüglich einer Spende geäussert hat. Ist der Wille des Patienten nicht bekannt, entscheiden die Angehörigen. Sie müssen dabei den mutmasslichen Willen des Patienten beachten. Liegt eine Zustimmung vor, wird die künstliche Beatmung weitergeführt und, falls notwendig, werden weitere vorbereitende medizinische Massnahmen vorgenommen, um die Organe zu erhalten. Ohne Zustimmung zur Organ- und Gewebespende würden jetzt alle therapeutischen Massnahmen abgebrochen.
Feststellung des Todes
Die Ärztinnen und Ärzte führen nun die vorgeschriebenen Untersuchungen zur Feststellung des Todes durch (sog. Hirntod-Nachweis). Diese bestätigen, dass der Mann tot ist. Weil der Patient künstlich beatmet wird, fehlen typische äussere Todeszeichen wie Totenstarre oder Leichenflecken.
Die Suche nach geeigneten Empfängerinnen und Empfängern
Nun beginnt die Suche nach geeigneten Empfängerinnen und Empfängern. Je genauer Blut- und Gewebemerkmale zwischen der spendenden und der empfangenden Person übereinstimmen, desto besser wird ein Organ nach der Transplantation funktionieren und desto kleiner ist die Gefahr einer Abstossung. Um dies zu überprüfen, braucht es zahlreiche Laboruntersuchungen.
Die Entnahme
Gleichzeitig mit der Suche nach Empfängerinnen und Empfängern beginnen die Vorbereitungen zur Organentnahme beim Verstorbenen. Die Koordination ist sehr komplex. Konnten Empfängerinnen oder Empfänger gefunden werden, wird der Spender in den Operationssaal gebracht. Nach der Entnahme werden die Organe zu den Transplantationszentren gebracht. Diese Transporte müssen möglichst schnell erfolgen, da die Organe ohne Durchblutung nur für kurze Zeit funktionstüchtig bleiben. Werden zusätzlich Gewebe entnommen, erfolgt dies nach der Organentnahme. Bei der Entnahme von Geweben drängt die Zeit weniger, da diese nicht unmittelbar transplantiert werden müssen und gelagert werden können. Der Spendeprozess von der Todesfeststellung bis zum Abschluss der Organ- und Gewebeentnahme dauert in der Regel 12 bis 24 Stunden. Die Angehörigen erhalten keine Informationen darüber, wem ein Organ zugeteilt worden ist oder wer ein Gewebe erhalten hat.
Abschied nehmen
Nach der Entnahme der Organe und Gewebe werden alle Operationsschnitte verschlossen. Die Wundnähte befinden sich an Stellen, die bei einer Aufbahrung des Leichnams nicht zu sehen sind. Nun können die Angehörigen vom Verstorbenen Abschied nehmen.