Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

FAQ

Warum soll man seinem Umfeld den eigenen Entscheid mitteilen? Wer eine Organspende-Karte besitzt, hat sich doch bereits entschieden.

Das Ausfüllen der Spendekarte ist ein erster Schritt, um den Willen festzuhalten. Wichtig ist, dass du deine Entscheidung auch deinen Angehörigen mitteilst. Denn wenn z.B. die Spendekarte nicht gefunden wird, werden die Angehörigen gefragt. Bei ihrer Entscheidung müssen sie den mutmasslichen Willen der verstorbenen Person berücksichtigen. Nur wenn sie deinen Willen kennen, können sie in deinem Sinn entscheiden und werden in einer Trauersituation entlastet.

Werde ich registriert, wenn ich mich für oder gegen eine Spende entscheide?

Nein. In der Schweiz gibt es kein Register, in dem der Entscheid für oder gegen eine Spende festgehalten wird. Es ist deshalb wichtig, eine ausgefüllte Spendekarte auf sich zu tragen (z. B. im Portemonnaie) und auch mit den Angehörigen darüber zu reden.

Was ist, wenn ich meine Entscheidung ändere?

Wenn du deine Meinung änderst, füllst du eine neue Spendekarte aus und vernichtest die alte – oder aktualisierst deine Angaben auf der App. Vergiss nicht, deine Angehörigen über deinen neuen Entscheid zu informieren.

Welche Bedeutung hat das Duplikat der Spendekarte?

Das Duplikat der Spendekarte dient als Gedankenstütze für die Angehörigen und kann diesen ergänzend zu einem Gespräch übergeben werden.

Was geschieht, wenn ich Organe spenden möchte, aber keine Spendekarte besitze?

Wenn eine Person nicht schriftlich festgehalten hat, ob sie Organe spenden möchte, werden die nächsten Angehörigen gefragt, ob sich die Person zu Lebzeiten bezüglich einer Spende geäussert hat. Ist der Wille nicht bekannt, entscheiden die nächsten Angehörigen. Sie müssen dabei den mutmasslichen Willen der verstorbenen Person beachten – also jenen Entscheid treffen, den die Person vermutlich auch getroffen hätte.

Was geschieht, wenn ich Organe spenden möchte und eine Spendekarte besitze, meine Familienangehörigen aber dagegen sind?

Das Transplantationsgesetz schreibt vor, dass der Wille der verstorbenen Person dem Willen der Angehörigen vorgeht. Deshalb könnten in diesem Fall aus rechtlicher Sicht Organe entnommen werden. Aus ethisch-moralischen Gründen hat sich in der Schweiz aber eine andere Praxis durchgesetzt: Lehnen Angehörige eine Spende ab, werden keine Organe entnommen.

Was geschieht, wenn ich keine Karte habe und meine Angehörigen nicht wissen, wie ich zur Organspende stehe?

In diesem Fall müssen die nächsten Angehörigen gefragt werden. Sie müssen überlegen, wie die verstorbene Person entschieden hätte, wenn sie sich noch äussern könnte.

Was geschieht, wenn ich keine Spendekarte besitze und keine Angehörigen mehr habe, bzw. diese nicht erreichbar sind?

In diesem Fall ist eine Organentnahme verboten.

Hat der Spende-Entscheid einen Einfluss auf die medizinische Betreuung? Wird meine Behandlung früher eingestellt, wenn ich Organe spenden möchte?

Leben zu retten hat für Ärzte und Ärztinnen immer oberste Priorität. Erst wenn eine Behandlung aussichtslos ist, werden die therapeutischen Massnahmen eingestellt. Diese Entscheidung wird unabhängig davon getroffen, ob jemand einer Spende zugestimmt hat oder nicht.

Wie sieht der Körper nach einer Entnahme aus?

Nach einer Entnahme werden die Schnitte verschlossen. Da die Nahtstellen an bekleideten Stellen des Körpers liegen, ist der verstorbenen Person die Spende nicht anzusehen.

Kann ich entscheiden, wer ein gespendetes Organ erhält?

Nein, dies ist bei einer postmortalen Spende nicht möglich. Das Organ wird der Person auf der Warteliste zugeteilt, die am meisten Anspruch auf das Organ hat. Die Zuteilungskriterien sind im Transplantationsgesetz festgelegt.

Erfahren die Angehörigen, wer ein Organ erhalten hat?

Nein, eine Organspende ist immer anonym. Unpersönliche Dankesschreiben über Swisstransplant sind erlaubt und ermöglichen der Spenderfamilie, an der Wirkung ihrer Gabe teilzuhaben.

Ist die Spendekarte auch im Ausland gültig?

Es ist davon auszugehen, dass ein dokumentierter Wille in den meisten Ländern berücksichtigt wird. Je nach Land kann sich jedoch auch das Problem der Sprache stellen. Die Botschaften und allenfalls das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) erteilen dazu weitere Auskünfte.

Kann ich meinen Spendewillen auch in einer Patientenverfügung vermerken?

Ja, die Zustimmung oder Ablehnung zur Spende von Organen, Geweben oder Zellen kann auch in einer Patientenverfügung festgehalten werden.

Ist es sinnvoll, den Spendewillen in einem Testament zu vermerken?

Nein. Zum Zeitpunkt, in dem das Testament eröffnet wird, ist eine Spende nicht mehr möglich.

Wie stehen die Religionen zur Spende von Organen, Geweben und Zellen?

Die meisten grossen Weltreligionen erlauben eine Organspende, allerdings unter verschiedenen Bedingungen. Einzig im japanischen Shintoismus ist nur die Lebendspende akzeptiert.

Auf der Website des Bundesamtes für Gesundheit findest du weitere Infos zum Thema Organspende.